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Die andalusische Küche: Immer für Überraschungen gut

Die andalusische Küche ist eine interessante Variante der spanischen Kochkunst. Oftmals wird sie als „kleine Schwester“ anderer Regionen belächelt. Doch das stört die Andalusier selbst nicht im geringsten, sie schätzen ihre Küche ganz besonders.

Die Andalusier verbringen einen Großteil ihrer Zeit außerhalb der Häuser und sind äußerst argwöhnisch allen Erzeugnissen gegenüber, die nicht aus ihrer Region stammen. Besonders in den Provinzen Sevilla und Cadiz findet man die weltweit berühmten Vorzeigeprodukte Schinken und Käse, aber auch viele regionale Leckerbissen, die je nach Herkunftsort unterschiedlich zubereitet werden. Jedes Gebiet, jeder noch so abgelegene Ort, hat seine eigenen Kreationen.

Besonders vielseitig scheint die Küche in der Region um Cádiz zu sein. Hier kommen vor allem Fische und Meeresfrüchte auf den Tisch (Goldbrassen, Zahnbrassen, Thunfisch der Region, Sardellen,…). Die Fleischgerichte des Gebirges Sierra de Cadiz sind sehr hochwertig, da die Tiere in endlos freier Natur aufwachsen. Berühmt sind auch die Wildgerichte aus der Gegend um Medina Sidonia. An der gesamten Küste der Provinz Cádiz sind Feinschmeckerlokale für Meeresfrüchte zu finden, besonders in El Puerto de Santa Maria und in der Hauptstadt Cadiz selbst: frischer Fisch, wohin das Auge blickt! Hier überrascht seit Neuestem auch das Restaurant LUMEN, mit einer exklusiven Küche und einem wunderbaren Ambiente.

Spanische Tapas gelten schon fast als Religion des Südens, vor allem in Sevilla, der Hochburg der Tapas. Das „Tapeo“ ist eine Kunst, kulinarische Tradition mit Volkscharakter. Dennoch gelingt es immer wieder jungen Köchen, die alten Elemente klug mit neuen Kreationen zu kombinieren, und so neue „Tapatempel“ oder exklusive Restaurants zu gründen. In der Provinz Sevilla verfügen drei Restaurants über einen Michelinstern. Vor kurzem erst wurde auch das erstaunliche Restaurant „Abantal“, geführt von Julio Fernández, für seine andalusische Kochkunst mit dieser Auszeichnung geehrt.

Die Weine aus der Gegend von Cadiz erhalten durch eine gute Erde und das fantastische Klima ein besonders bekömmliches Aroma. Aus Sanlúcar kommt beispielsweise der sogenannte Manzanilla, von edlen Bodegas wie Barbadillo, la Gitana, Pedro Romero etc. Andalusien überrascht seit ein paar Jahren auch mit einem exklusiven Rotwein, El Taberner. Nicht zu vergessen sind in der Region die hervorragend als Aperitif oder Dessert geeigneten Weine aus Jerez (Sherry) wie Fino oder Pedro Ximenez. In beiden Provinzen profitiert man kulinarisch von einer hervorragenden Küche, bei der alteingesessene und traditionelle Betriebe mit innovativen und modernen Restaurants abwechseln. Ohne Zweifel: die andalusische Küche ist immer für Überraschungen gut!

Dt. Fassung: Petra Scheiwe/ B. Hohler

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